Nr. 39

September 2010

Titre La Lettre
 

DIE FINANZKRISE, DIE STEUERN UND DIE BANKEN

 
Michel Dérobert, Geschäftsführer der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers
 

Die im Sommer 2007 ausgebrochene Finanzkrise liegt bereits drei Jahre zurück. Ungeachtet einiger Remissionsphasen ist es jedoch nicht gelungen, sie in den Griff zu bekommen. Sie hat sich sogar auf einige Länder der Eurozone ausgeweitet. Nachdem sich die Staaten stark verschulden mussten, um insbesondere (aber nicht nur) den Banken zu Hilfe zu eilen, sind sie nun versucht, diese den politischen Preis dafür zahlen zu lassen. Es zeichnen sich drei verschiedene Reaktionsweisen auf reglementarischer, budgetpolitischer und fiskalpolitischer Ebene ab. In verschiedenen Ländern wurden Reformen im Bereich der Finanzmarktaufsicht eingeführt; allerdings blieb die internationale Koordination im Wesentlichen auf Absichtserklärungen beschränkt. Der Kampf gegen die Steuerhinterziehung dürfte bis anhin der einzige Bereich sein, in welchem die Krise im Rahmen der G20 zu konkreten Entscheidungen mit internationaler Tragweite geführt hat. Für die Schweiz – einen der wichtigsten internationalen Finanzplätze und Leader im Vermögensverwaltungsgeschäft   – stellt diese Entwicklung eine echte Herausforderung dar. Sie hat bereits verschiedene regulatorische Massnahmen getroffen und ihre Politik bei der Zusammenarbeit in Steuersachen angepasst. Die Schweizer Banken haben in diesem Bereich innovative Vorschläge entwickelt.

 

 

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